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22.01.2018

Trägerverbund kämpft für Quartiersarbeit in Langerfeld

Seit eineinhalb Jahren machen sich ASB Bergisch Land, Diakonische Altenhilfe Wuppertal und die Evangelische Kirchengemeinde Langerfeld für ihren Stadtteil Langerfeld stark. Sie wollen sich für eine bessere Nahversorgung, besseres Wohnen und eine bessere Vernetzung der Angebote im Stadtteil einsetzten. Im Fokus haben die sozialen Träger dabei vor allem ältere Menschen und Menschen mit Handicap. Ein entsprechendes Konzept für eine altengerechte Quartiersarbeit wurde entwickelt und beim Land NRW eingereicht. Ende des Jahres kam dann der Schock für den Trägerverbund: Die neue Landesregierung hat das Förderprogramm altengerechte Quartiere ersatzlos gestrichen. Auch bereits eingereichte Anträge werden nicht mehr bewilligt.

"Wir sind fassungslos und entsetzt", sagt Heike Ernsting, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Langerfeld. "Wir hatten zwei halbe Stellen beantragt, die die Arbeit im Quartier vorantreiben sollten. Im Februar sollte es losgehen. Jetzt liegt alles auf Eis", ergänzen Christine Vieweg, Geschäftsführerin der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal, und Anne Paweldyk, Geschäftsführerin des Arbeiter-Samariter-Bundes Bergisch Land.

Der Trägerverbund wollte den Eigenanteil für das Projekt übernehmen und gemeinsam mit der Stadt Wuppertal die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Die Stadtteilkonferenz und die entsprechenden Akteure vor Ort standen bereits in den Startlöchern. "Die Langerfelder warten darauf, dass es losgeht. Der Stadtteil hängt in vielen Punkten hinterher", sagt Ernsting. "Wer beispielsweise pflegebedürftig ist, hat ein Problem. Denn er muss für viele Dinge des täglichen Lebens aus seinem Quartier heraus."

Diese Erfahrung macht auch die Diakonische Altenhilfe, die im "Allee-Café plus" im Gemeindezentrum Inselstraße verschiedene Angebote für dementiell veränderte Menschen bereithält: "In Langerfeld leben überdurchschnittlich viele alte Menschen. Die Bausubstanz ist alt und alles andere als barrierefrei", sagt Christine Vieweg, Geschäftsführerin der Altenhilfe. "Gerade alte Leute haben in Langerfeld schlechte Chancen, an Angeboten des öffentlichen und sozialen Lebens teilzunehmen." Auch die Vernetzung der Einrichtungen und Angebote untereinander sei alles andere als optimal: "Es ist schwer, an die Menschen zu kommen. Der Bedarf ist riesig. Aber die Bürger finden nicht zueinander oder wissen nicht von den Angeboten, die es bereits gibt", sagt Anne Paweldyk vom Arbeiter-Samariter-Bund.

Doch der Trägerverbund aus Evangelischer Gemeinde, Diakonischer Altenhilfe und Arbeiter-Samariter-Bund will nicht aufgeben, sondern sich trotz Streichung des Förderprogramms weiter für Langerfeld stark machen: Daher findet am Mittwoch, 24. Januar um 17.30 Uhr im Gemeindehaus Inselstraße eine Infoveranstaltung mit Vertretern aus Kirche, Diakonie und paritätischer Wohlfahrt, Stadt und Politik statt. Dort soll die Öffentlichkeit informiert und über Alternativen für Langerfeld diskutiert werden.

Als Appell an die Landesregierung hat der Trägerverbund außerdem eine Postkartenaktion vorbereitet: Auf eine Langerfeld-Postkarte können alle Bürger kurz aufschreiben, was ihnen in ihrem Stadtteil fehlt. Die Karten werden dann gesammelt an das zuständige Ministerium geschickt.
Text und Foto: Nicola Dünow, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Kirchenkreis Wuppertal

© Diakonische Altenhilfe Wuppertal GmbH 2018