Nach oben

 

04.09.2018

Wir werden laut - Tanzparty im Altenzentrum Wichlinghausen

Bereits am Eingang zum Altenzentrum stand die Überraschung parat: Ein Chevi in knallrot! Und daneben wunderschöne Frauen, die aus den Modemagazinen der 60er Jahre entsprungen waren: Unseren Mitarbeiterinnen standen die coolen 60er Jahre Klamotten wirklich phantastisch.

„So bekommen die Besucher gleich den richtigen Eindruck!“ lächelt Birgit Hipp, Leiterin der Offenen Altenarbeit und Mitinitiatorin dieser gelungenen Aktion. Gemeinsam mit Friedrich Müller, der das Altenzentrum Wichlinghausen leitet, hatte sich die Idee zur 60er-Party kristallisiert. „Wir wollen mit dieser Aktion das Stollencafé als niederschwelliges Angebot für von Demenz betroffenen Menschen ein wenig bekannter machen und nehmen gleichzeitig Ängste, die fast jeder Mensch in Bezug auf Altenzentren in sich trägt.“ erläutert Friedrich Müller den Hintergrund.

„Wir verstehen diese 60er Jahre Party als eine Art Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die das Stollencafé gemeinsam mit dem Altenzentrum Wichlinghausen entwickelt.“ so Hipp. Bei dieser positiven Resonanz ist eine Fortführung schon fast Pflicht.
Allein die Dekoration ist eine Wucht. Angefangen von Schnittmustern fürs selbst Nähen von Kleidung über Werbetafeln aus der Zeit bis hin zu Fotografien: Alles stammt aus dem Fundus der Mitarbeitenden. „Daraus hat sich eine richtige Ausstellung entwickelt.“ Sagt Friedrich Müller „und die lassen wir auch bestimmt noch eine Woche stehen!“ Ein kleines Beaumont am Rande: das Altenzentrum Wichlinghausen hat in diesem Jahr auch 60 Jahre „auf dem Puckel“.

„Als wir die Bewohner zum Fest von ihren Wohngruppen abholten, haben wir wirklich kleine Wunder erlebt: es wurde über die 60er Jahre geredet, was alles war und über die Mode, die Männer, die Musik! Fast alle wussten etwas zu erzählen, alle waren aufgeregt und freuten sich. Selbst Menschen mit fortgeschrittener Demenz waren hochmotiviert.“ Ryscarda Formela und Janina Donocik freuen sich über diese Entwicklung und hoffen, dass das Fest noch lange nachwirkt. Die beiden sind Pflegedienstleitungen und zeichnen Verantwortlich für die 4 Wohnbereiche des Hauses.

Birgit Hipp kümmerte sich derweil um die „Externen“, versorgte mit Informationen zum Stollencafé und gab der WDR-Lokalzeit ein Interview zum Thema „Niederschwellige Angebote“. Doch der WDR ließ es sich nicht nehmen, diverse Gäste selbst direkt zu befragen und schließlich war es soweit, dass die Früchte-Bowle und der Persiko auch dem Filmteam gut schmeckten. „Wir werden laut! – Demenz darf kein Tabuthema mehr sein!“ lautet das Credo, das Birgit Hipp dieser (und folgenden) Veranstaltungen gibt.

Und dann dieses sagenhafte Buffet, mit dem sich die Küche in der Stollenstraße mal wieder selbst übertraf: Alles aus den 60ern war vertreten: Der „Kalte Hund“, die Frikadellen, die gefüllten Tomaten, das Ei mit Majo und Kaviar, der allseits bekannte Mett-Igel, Schwarzbrot mit Käse und und und. Ach ja, auch typisch: in Kochschinken eingerollter Spargel (aus dem Glas). Lecker!
Wer es konventioneller mochte, für den gab es auf der Terrasse Grillwürstchen.

Nach dem genüsslichen Essen gab es eine Musik, die alle Saiten zum Schwingen brachte: Rock’n’Roll, Twist, Schlager – alles war dabei und die Tanzfläche war voll. DJ Christoph hat es geschafft, den Nerv der Zeit zu treffen. Es war schön zu sehen, dass diese Musik generationsübergreifend war. Und Damen und Herren bewegten sich hinreißend zum „Knallroten Gummiboot“ oder „Let’s twist again“.

Vermutlich wollte zum Ende der Veranstaltung eigentlich keiner nach Hause oder auf die Wohngruppe. Doch wir versprechen, dass wir gerne eine Fortführung bringen werden.

Die Geschäftsführung der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal gGmbH bedankt sich ganz herzlich beim kompletten Orga-Team, beim Versorgungsdienst nochmals im Speziellen. Für die liebevolle und bis auf Detail beachtete Dekoration, die noch eine Woche vorhanden sein wird und für jedermann zu sehen ist: hierfür auch einen herzlichen Dank.
Die supergute Stimmung während des Festes, die Unterstützung aller Mitarbeitenden des Altenzentrums Wichlinghausen und der Offenen Altenarbeit, die eben zu dieser schönen Stimmung beitrug: die GF bedankt sich auch dafür.

Den Chevi hat Ehepaar Kaiser zur Verfügung gestellt. Für sie sind die 60er Jahre lebendig. „Wir lieben diese Zeit einfach: die Musik insbesondere, die Kleidung – einfach alles. Es ist ein Lebensgefühl.“ Sabine Kaiser, Leiterin der Tagespflege im Altenzentrum Wichlinghausen, hat ein Strahlen in den Augen. Ein Strahlen, dass während der ganzen 60er Jahre Party zu spüren war.

Siehe auch den Beitrag des WDR, Lokalzeit vom 30.09.2018, 19.30 Uhr
Hier der Link zu Mediathek: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-bergisches-land/video-demenzparty-in-wuppertal-soll-die-scham-beenden--100.html

© Diakonische Altenhilfe Wuppertal GmbH 2018