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08.06.2020

Diakonie Akademie baut um und setzt auf digitale Technik

Bericht in der Westdeutschen Zeitung, 08. Juni 2020:

Seit diesem Jahr werden nicht mehr Alten- oder Krankenpfleger getrennt ausgebildet, sondern generalistische Pflegefachkräfte. Das bedeutet auch für die Wuppertaler Ausbildungsstätten eine große Veränderung. Die Diakonische Altenhilfe Wuppertal richtet sich darauf mit ganz neuen Räumen ein: Sie baut gerade das ehemalige Tuffi-Verwaltungsgebäude an der Konsumstraße für die Diakonie Akademie zu digitalen Klassenräumen um. Ende des Jahres sollen die Räume fertig sein, geplant wird mit Baukosten von rund fünf Millionen Euro.

Zehn neue, voll vernetzte Klassenräume

Zehn neue Klassenräume entstehen dort, alle voll vernetzt. Dazu kommt ein großer Raum, in dem praktische Abläufe wie auf einer Station geübt werden können. Die Dozenten erhalten zusätzliche Einzelbüros. „Bisher waren wir auf das Zeitalter der Digitalisierung wenig vorbereitet“, sagt Akademieleiter Stefan Leopold. Mit den neuen Räumen ändert sich das: „Wir haben überall 100 Prozent Wlan und digitale Tafeln in allen Schulräumen.“ Das ganze Lernkonzept wird gleichzeitig neu gedacht. Fachliteratur bekommen die Azubis zukünftig vor allem per App und nicht mehr als Papier-Buch. Eine Lernplattform ermöglicht es, einige Kompetenzen online zu erwerben statt im Präsenzunterricht. Vor allem Fortbildungen sollen zukünftig verstärkt digital statt vor Ort stattfinden.

Und auch im Pflege-Alltag hält die Digitalisierung immer mehr Einzug. So lernen die Azubis in der Diakonie Akademie den Umgang mit digitalen Betten: Diese melden beispielsweise direkt aufs Tablet eines Pflegers, wenn ein Patient eingenässt hat oder nachts für längere Zeit das Bett verlässt. So ein schlaues Bett kann auch Alarm schlagen, wenn ein bewegungsunfähiger Patient zu lange nicht umgelagert wurde. Humanoide Roboter sollen ebenfalls Teil des Unterrichts werden.

„Unser Ziel ist, den Azubis Medienkompetenz zu vermitteln“, erklärt Stefan Leopold. Die Azubis sollen lernen, Daten einzuschätzen und auszuwerten und wichtige Informationen im Netz zu suchen. Obwohl die Kommunikation über Smartphones weit verbreitet ist, sei die berufliche Nutzung digitaler Medien für viele der Azubis ungewohnt. Doch in vielen Häusern sei die Zeit der Dokumentation mit Stift und Papier vorbei; immer häufiger werden Vitalwerte und Zustand der Patienten per Tablet festgehalten. In der neuen Lernstation zeichnen Kameras die Abläufe auf. So können die Azubis anschließend anhand des Videos selbst beurteilen, was sie gut oder weniger gut gemacht haben.

Bis zum Jahresende soll das neue Gebäude fertig sein. Die Azubis warten schon sehnsüchtig darauf. Zum 1. August und 1. Oktober werden dann weitere Klassen mit jeweils 28 Azubis aufgenommen. Sie absolvieren jeweils den theoretischen Teil ihrer Ausbildung in der Diakonie Akademie, den praktischen in einem Altenheim und im Helios Klinikum.

Text: Tanja Heil, Westdeutsche Zeitung
Bild: Diakonische Altenhilfe Wuppertal

 

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