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03.11.2022

Weiterschenken, damit es dort wirkt, wo die Not sitzt

Sie bekam einen Krimi geschenkt, dem die düstere Spannung schon vom Titelbild anzusehen war. Ein einsames, sturmumtostes Haus hoch im Norden. Sie schaute die Schenkerin an und sagte: „Das ist total lieb von dir – nur: Ich lese ehrlich gesagt eher die leichten Sachen. Aber ich kenne jemanden, der wahnsinnig auf Skandinavien-Krimis steht. Darf ich es ihm weiterschenken?“ Ihr Gegenüber stutzte kurz und sagte dann: „Hm, ich glaube, das ist tatsächlich das Beste, was wir draus machen können.“ Und dann lachten beide herzlich.

Das gleiche Gefühl von irgendwie nicht ganz passenden Geschenken haben manche bei den Energiekostenbeihilfen, die im September ausgezahlt wurden und die nun auch für Dezember geplant sind. „Nett, aber ich bin – Gott sei Dank – nicht in der Situation, dass ich das wirklich brauche.“ Eine Notration zu bekommen, ohne wirklich in Not zu sein – das wirkt seltsam. Und die Gedanken wandern zu denen, die das Geld wirklich nötig haben, um flüssig zu bleiben. Alleinerziehende mit kleinen Jobs, bei denen es schon früher zum Monatsende eng wurde. Rentnerinnen mit schmalem Budget oder diejenigen, die schon bisher nur in einem unrenovierten Altbau die Miete zahlen konnten.

Dass der Staat diese Beihilfen an alle gibt, kann man an dieser Stelle kaum kritisieren. Was schnell wirken soll, darf nicht erst durch eine lange Bedürftigkeitsprüfung sickern.

Also hilft nur die Selbsthilfe: Freiwillig weitergeben, weiterschenken – damit es dort wirkt, wo die Not sitzt. In Wuppertal glauben viele, dass das eine gute Sache ist. Gemeinsam machen sich deshalb die Stiftung der Sparkasse, die  Diakonie und die Caritas und die Kirchen auf den Weg: wir entwickeln gerade ein Bündnis, um Menschen, die durch Inflation und Kostendruck in Not geraten zu unterstützen.  

Die Kirchen geben dabei selbst ein „Geschenk“ weiter, das sie nicht für sich behalten wollen: Sie stellen die Kirchensteuer, die auf die Energiepauschale im September gezahlt wurde zur Verfügung. Meine evangelische Kirche hier in Wuppertal legt sogar noch ein Drittel des Geldes oben drauf.

Und nun, liebe Leserin, lieber Leser, sind wir dran, Sie und ich. Wenn Sie, so wie ich, das Weiterschenken für eine gute Idee halten und auf das Geld nicht angewiesen sind, dann können Sie mitmachen. Schenken Sie das Geld, das Sie im September bekommen haben, oder für Dezember erwarten weiter.

Unser Spendenkonto lautet:
Diakonisches Werk Wuppertal:
DE 31 3305 0000 0000 5589 24

Ich glaube, dass wir dabei sogar noch etwas bewirkt können, das über den Segen für die Unterstützten hinausgeht. Denn auch wer gibt, spürt etwas Gutes: Die Dankbarkeit, dass ich ohne Not leben kann. Die Freude, mit anderen in einem Netz von Solidarität und Nächstenliebe verbunden zu sein. „Geben ist seliger als Nehmen“ – so bringt die Bibel diese Lebensweisheit von Jesus Christus auf den Punkt. Beide, Gebende und Empfangende, gehören zusammen. Aber auch wer gibt, empfängt etwas. Etwas, das für ihn oder sie in diesem Moment vielleicht sogar wertvoller ist als Geld. Lassen Sie es uns gemeinsam erleben!

© Diakonische Altenhilfe Wuppertal GmbH 2022